THE CARBURETORS - Rock'n'Roll Forever
Thema: Musikreviews Datum: 18.11.2008
„Heavy Rock’n’Roll“ wird der THE CARBURETORS-Sound auf dem Pressezettel tituliert, und besser könnte auch ich es nicht umschreiben. Extrem Arsch tretender Rock’n’Roll mit deutlichen 50er- und 60er-Charakteristika trifft auf eine satte, von Uwe Lulis besorgte Metalproduktion. Die Songs sind simpel gestrickt, es wird straight gerockt und gepflegt die Sau rausgelassen.Es kommen einem viele Bandnamen in den Sinn, so könnte man meinen, VOLBEAT hätten Kraft- und Sprinttraining gemacht und ihre Power potenziert, dann bröckelt wiederum der MOTÖRHEAD-Schmutz von den Amps und den Wänden, ab und an fühlt man sich sogar rein musikalisch an die ganz harten MÖTLEY CRÜE erinnert. STATUS QUO- und THE SWEET-Feeling kommt manchmal auch auf, und der eigenständige Sänger Eddie Guz, der auch bei CHROME DIVISION ins Mikro röhrt, tönt manchmal (manchmal!) wie eine Mischung aus Lemmy und Mr. Lordi. Hier und da prescht die Mucke auch gerne mal wie ganz harte KISS oder wie BILL HALEY auf Anabolika nach vorn. Und so nebenbei degradiert man TURBONEGRO und vergleichbare Bands mal eben zu Chorknaben.
Richtig erkannt, bei der Fünferbande geht es nicht um Innovation, Originalität, Anspruch oder Abwechslung, nein, es geht einfach um den Spaß am Kick-ass-Rock’n’Roll mit all seinen Klischees. Es ist vor allem die tierisch positive Attitüde, die sich wahnsinnig schnell auf den Hörer überträgt. Hinzu kommt, dass die Norweger mit mächtig Feuer unterm Hintern agieren und permanent unter Hochspannung stehen. Das Material bewegt sich nämlich zu 99,9% in fetzigem Uptempo - so etwas Lahmarschiges wie Midtempo oder gar Balladen wird man auf „Rock’n’Roll Forever“ vergeblich suchen. Als kleines Schmankerl hat das lederbejackte, sonnenbebrillte, schwarzgekleidete Quintett aus Oslo noch „Daddy Kool“ von BONEY M durch den Heavy Rock’n’Roll-Fleischwolf gedreht, und so findet das ungemein partytaugliche dritte Album der Band, das einige der älteren Tracks in aufgemotzter und getunter Form beinhaltet, nach einer dreiviertel Stunde leider schon sein Ende. Schade für die Ohren, aber eventuell ganz erholsam für die Bandscheiben, denn das Turbo-Arschwackeln zollt da seinen Tribut. Wo hab ich die Voltaren denn nun schon wieder hingelegt...? Chris (Bodog Music/ Bandhomepage)
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