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 DVD+Kino : Outlaw DVD
Geschrieben von maxbickle am 19.01.2009 06:02 (885 mal gelesen)

Mit dem reißerischen „Death Sentence“ und der etwas gemäßigteren Variante „Die Fremde in dir“, scheint der Selbstjustizthriller wieder etwas in Mode gekommen zu sein. In „Outlaw“, dem neuen Film von Nick Love, der vor einigen Jahren mit dem Hooligan-Drama „The Football Factory“ auf sich aufmerksam gemacht hat, rauft sich gleich eine ganze Gruppe frustrierter Freizeitguerillas zusammen, um die Straßen Londons auf eigene Faust wieder sicher zu machen...

Die ersten fünfzehn Minuten dieses Films sind wirklich gelungen, denn die geschickte Erzählstruktur, die den Zuschauer erst ein wenig ratlos zurücklässt und erst Klarheit bringt, als die verschiedenen Handlungsstränge zusammengeführt werden, ist nicht nur raffiniert, sondern auch ungemein unterhaltsam. Parallel werden die drei Hauptfiguren eingeführt, die alle eine andere Geschichte haben und sich schließlich zusammenschließen. Zum einen wäre da der unter Polizeischutz stehende Anwalt, der von einer verbrecherischen Organisation bedroht wird und um sein Leben fürchten muss. Ähnlich, wenn auch im kleineren Rahmen, ergeht es einem jungen Mann, der regelrechte Panikattacken ausstehen muss, wenn er mit seinem Auto unterwegs ist und sich vor Überfällen fürchtet. Die dritte Figur ist ein verbitterter Kriegsheimkehrer, der erkennen muss, dass seine Frau mittlerweile einen Anderen hat und sich auch sonst einiges geändert zu haben scheint. Als Anführer und Trainer nimmt er die beiden und zwei weitere Schützlinge unter seine Fittiche, um ihnen die Angst vor Konfrontationen zu nehmen. Nach einigen Trainingseinheiten verliert der Kriegsveteran allerdings die Kontrolle und die Gruppe beginnt in moderner Robin Hood-Manier Jagd auf Kriminelle zu machen.

Trotz des interessanten Ansatzes bleibt die Selbstjustizthematik letztendlich oberflächlicher Natur und dient lediglich als Aufhänger für Actionszenen und blutige Schießereien. Eine kritische Auseinandersetzung mit Jugendkriminalität und dem Versagen der Polizei wäre, nicht nur anlässlich der jüngsten Ereignisse in Griechenland, sicherlich interessant gewesen. Auch die körperliche Gewalt, die hier meist sehr realistisch und roh dargestellt wird, dient also eher dem Selbstzweck und nicht der Verdeutlichung der Zustände auf den Straßen europäischer Großstädte. Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang das an den Haaren herbeigezogene Ende des Films, das sehr unglücklich konstruiert wurde und hauptsächlich auf Action setzt.

Dass Videooptik nicht immer mit einem billigen Look gleichzusetzen ist, beweist Kameramann Sam McCurdy, der hier trotz begrenzter Mittel einige sehr stylische, in grün gehaltene Bilder und abwechslungsreiche Perspektiven eingefangen hat. Das Arbeitsmittel „Stativ“ scheint ihm allerdings unbekannt zu sein, denn egal ob rasante Action- oder ruhige Dialogszene, die Bilder sind derart verwackelt, dass es teilweise eine echte Anstrengung für die Augen bedeutet, das Geschehen zu verfolgen. Die Darsteller machen allesamt einen sehr guten Job, so dass trotz des fehlenden Tiefgangs der Handlung trotzdem für einigermaßen glaubwürdige Charaktere gesorgt ist, denen man ihre Leidensgeschichte abkauft. Besonders Sean Bean, der hier mal wieder ein unglückliches Händchen in seiner Rollenauswahl beweist, überzeugt als Kriegsveteran und Anführer auf ganzer Linie.

Auch beim Ton der DVD wurde anscheinend auf Realismus gesetzt, was vor allem beim kräftigen Sound der Schießereien schön zur Geltung kommt. Die Bildqualität ist in Ordnung, besonders in hellen Szenen zeigt sich aber leichtes Rauschen und der gesamte Film wurde, wie erwähnt, in schön anzuschauender Videooptik gedreht, wobei lediglich die anstrengende Kameraführung sehr negativ auffällt. Die Ausstattung des Silberlings fällt ungewöhnlich üppig aus und besteht aus einem Making Of, verschiedenen Featurettes, Deleted Scenes, dem Trailer und einem Videotagebuch des Regisseurs, so dass an Hintergrundinfos also kein Mangel besteht.

Trotz des sozialkritischen Ansatzes ist „Outlaw“ in erster Linie ein mittelmäßiger Actionthriller, der hauptsächlich auf Schauwerte wie harte Prügeleien setzt. Obwohl die Handlung keinen Blumentopf gewinnen kann, können die Darsteller voll und ganz überzeugen, weshalb dieser Film zumindest für Vielseher und Fans kleinerer Produktionen interessant sein dürfte. Dari

Outlaw
Großbritannien 2007, ca. 100 min.
Regie: Nick Love
Produktion: Dan Adams, Allan Aldred
Drehbuch: Nick Love
Musik: David Julyan
Kamera: Sam McCurdy
Mit: Sean Bean, Bob Hoskins, Danny Dyer u.a.

DVD
Anbieter: Senator / Universum
FSK: KJ
Bildformat: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Tonformat: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
Extras: Deleted Scenes, Making Of, verschiedene Featurettes, Videotagebuch, Trailer




 

 
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