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 Musikreviews : SEVENGATES - The Good And The Evil
Geschrieben von kingrandy am 26.12.2008 06:00 (1372 mal gelesen)

Gewissensfrage: Lieber schlecht selbst gemacht oder darf es auch mal gut geklaut sein? Wer sich für zweiteres entscheidet, sollte ruhig mal in "The Good And The Evil", die neue Platte von HELLORHAPSONATA GAMMAVARIUS - äääh - ich meine natürlich SEVENGATES reinhören. Die Musik der Italiener ist zwar so außergewöhnlich wie Hemd, Krawatte und Socken als Weihnachtsgeschenk für den Herrn, aber gut gemacht und - jetzt kommt das Totschlagargument - kostenlos zu haben.

Denn auf ihrer Homepage kann man sich das komplette Album inklusive Cover- und Booklet-Files und Texten herunterladen. Das nenne ich mal eine gelungene und fanfreundliche Aktion. Als gelungen kann man das Album dann teilweise auch bezeichnen. Man hat das zwar alles schon mal gehört, aber auch schon in schlechter. Von daher stört die mangelnde Eigenständigkeit beim melodischen Metal der Italiener nicht so sehr.

Kommen wir zu den positiven Merkmalen der Platte. Zum einen ist sie recht ordentlich produziert, zum anderen weiß der Sänger (wer das ist, lässt sich auf der Homepage allerdings nicht herausfinden) mit seiner Stimme zwischen MICHAEL KISKE und FABIO LIONE zu gefallen. Zudem ist seine Aussprache im Großen und Ganzen akzentfrei und einige recht gute Gesangslinien hat er auch auf Lager. Die Band ist um abwechslungsreiches Songwriting bemüht, verzettelt sich aber ab und an in ihren Arrangements. Dafür sind Songs wie der Opener "Message To The Stars" (guter Refrain), das hymnische "I Don't Believe" oder das galoppierende "Honour And Pride" mehr als ordentlich und nicht schlechter als viele Stücke der großen Vorbilder, die Melodien sind auch größtenteils in Ordnung und nicht zu infantil. Die Keyboards klingen typisch finnisch oder werden auch mal bei AYREON ausgeborgt und textlich wird natürlich kein gängiges Klischee ausgelassen.

Einige Songs sind allerdings wirklich belanglos und einfach zu einfallslos, das peinlich pubertäre "17" geht beispielsweise gar nicht, auch die penetranten Keyboards in "Freedom" sind etwas daneben. Aber wie gesagt, für lau kann man sich das schon mal geben und wer bedingungsloser Fan dieser Stilrichtung ist, wird an dem einen oder anderen Track sicherlich Gefallen finden. Und immerhin gibt es keine kitschtriefende Ballade. Andy (Eigenproduktion)




 

 
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