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 Musikreviews : THE MYSTERY - Soulcatcher
Geschrieben von kingrandy am 29.05.2008 07:51 (864 mal gelesen)

Traditionalisten aufgepasst! Wer auf klassisch-teutonische Sounds im Grenzgebiet zwischen Hardrock und Heavy Metal steht, sollte sich "Soulcatcher", das zweite Album von THE MYSTERY auf seinem Einkaufszettel notieren und dreimal fett unterstreichen. Und vor allem sollte man sich in keinster Weise davon abschrecken lassen, dass hier eine Frau hinter'm Mikro steht, denn die Dame trägt definitiv Lederhose statt Rüschenkleidchen und kann dazu auch noch richtig gut singen.

Dazu kommt der melodische Metal ihrer Gefolgsleute zu 95% kitsch-, synthie- und bombastfrei daher, das ist heutzutage ja auch schon fast eine Seltenheit. Neben der druckvollen Stimme von KORRY SCHADWELL, die ein paar richtige gute Gesangslinien von sich gibt, schwingt die Gitarre von ALEX "THUNDER" MARTIN das Zepter bei THE MAJESTY. Der Gitarrist und Songwriter weiß mit seinem melodischen, aber niemals verweichlichtem Spiel zu überzeugen. Das alles wäre ohne die guten Songs aber nichts wert.

Denn auch hier kann die Band aus Heiligenhaus im Rheinland überzeugen. Der Opener "Take Me To The Light", der hymnische, sich stetig steigernde Titeltrack und das melodische "Fire Keeps On Burning" machen Spaß und verführen zum Mitbangen. Genauso wie die markanten und härteren Stücke "Heaven At War" und "World Downfall". Mit Ohrwurmqualitäten gesegnet ist auch "Judas Betrayed", ganz subjektiv finde ich diesen Song allerdings fürchterlich penetrant. Mit "Unready To Die" gibt es auch eine dramatische Ballade, so dass im Endeffekt das ganze Spektrum über Midtempo-Stampfer bis hin zu flotten Uptempo-Nummern abgedeckt wird. Dass sich bei 13 Songs auch der eine oder andere Lückenfüller einschleicht, ist allerdings normal und schmälert das Hörvergnügen nur wenig.

Wie man an den Songtiteln schon sieht, ist die Musik von THE MYSTERY nicht ganz klischeefrei und die Texte wirken teilweise auch leicht abgedroschen und bisschen zu simpel. Sei's drum. Schwerwiegender ist da schon die etwas hölzerne Produktion von MAJESTY-Chef TAREK MAGHARY, bei der gerade der Gesang einen Tick zu wenig im Vordergrund ist. Da muss man aber auch bedenken, dass wir es mit einer "kleinen" Band zu tun haben. Deshalb kann ich den "Soulcatcher" im Endeffekt allen, die auf trendfreien und zeitlosen Heavy Rock stehen, nur allerwärmstens empfehlen. Und über das unsägliche Artwork legen wir den Mantel des Schweigens. Dass das Cover von BRAINSTORMS "Soul Temptation" an Peinlichkeit noch überboten werden kann, habe ich nicht erwartet (so übel ist das Design nun wirklich nicht! - Doc). Andy (Limited Access Records)




 

 
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