| Musikreviews : STRAY - Abuse By Proxy |
Geschrieben von kingrandy am 24.05.2008 11:17 (521 mal gelesen)
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Ich schätze, der Name STRAY dürfte den wenigsten Lesern ein Begriff sein. UNTER NULL vielleicht schon eher. Hinter beiden Projekten steckt jedenfalls die Amerikanerin ERICA DUNHAM, die spätestens mit dem beeindruckenden UNTER NULL-Album "The Failure Epiphany" bewiesen hat, dass sie zu den kreativsten Köpfen der Elektroszene zu zählen ist. Wo das Album noch mit emotionaler Aggressivität glänzte, gibt es auf dem von mir sehnlichst erwarteten "Abuse By Proxy" wesentlich ruhigere, aber nicht minder ergreifende Sounds zu hören.
Während bei UNTER NULL harscher Elektro herrscht, präsentiert ERICA bei STRAY ihre ruhigere, sanftere Seite. Irgendwo zwischen Ambient und poppigem Elektro angesiedelt, bietet das Album sowohl hypnotisierende Soundflächen, als auch treibende Beats und Bässe sowie einige bezaubernd schöne Gesangslinien und Melodien. ERICAS Vocals sind nur ganz selten verzerrt ("Intoxicate"), meist gibt es nur Hall auf der Stimme, was der Musik einen fast zärtlichen Charakter gibt, auch wenn unterschwellig immer noch latente Aggression zu spüren ist.
Mit dem positiven "Kindred Soul" startet "Abuse By Proxy" ungewohnt freundlich und beinahe romantisch, wozu der persönliche Text einiges beiträgt. Düsterer und im wahrsten Sinne des Wortes fesselnd kommt "The Tie That Binds" daher, während der Gesang im extrem ruhigen "Fade Into You" einem wohlige Schauer über den Rücken jagt. Damit es nicht langweilig wird, hat ERICA auch einige flottere Tracks produziert, neben dem von Samplern bekannten "Intoxicate" sticht hier vor allem "Lost Command" heraus, das mit trancigen Sounds und einem sich bis zu einem rockigen Beat steigernden Rhythmus begeistert. Selbst vor dem Klang einer Akustikgitarre schreckt STRAY nicht zurück ("Does It Really Matter?") und auch die Kombination aus Tribalrhythmen und sirenenhaftem Gesang in "Break Me Free" gefällt mir extrem gut.
Ein Großteil der Songs hätte in der Tat nicht zum UNTER NULL-Sound gepasst, insofern war es folgerichtig, dass ERICA diesem Kind einen anderen Namen gegeben hat. Und ich bin gespannt, wie sich ihr musikalischer Werdegang weiterentwickeln wird. "Abuse By Proxy" sei jedenfalls allen ans Herz gelegt, die anspruchsvolle und atmosphärische Sounds fernab von reiner Club-Musik zu schätzen wissen. Und wie bei ALFA MATRIX inzwischen üblich, gibt es das Album in der Erstauflage als Doppel-CD, auf dem zweiten Silberling gibt es vier Bonustracks und sieben Remixes eher unbekannterer Acts. Das sollte doch genug Kaufanreiz sein, oder? Andy (Alfa Matrix)
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